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Chemische Bekämpfung

 

In Feuerbrand gefährdeten Apfel- und Birnenanbaugebieten in Deutschland gibt es einen hohen Bedarf einer wirksamen Bekämpfung der Krankheit während der Obstblüte. Auch Triebinfektionen, insbesondere nach Hagelereignissen, müssen verhindert werden. Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln dürfen nicht zu Blütenschäden und Fruchtberostung führen. Diese Kriterien können mit dem Antibiotikum Streptomycin (Plantomycin) erfüllt werden. Der Wirkstoff wird in den USA, dem Land mit der umfassendsten Erfahrung im Hinblick auf Erwina amylovora, seit 50 Jahren eingesetzt. Weltweit existieren umfangreiche Erfahrungen in der Anwendung von Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung. In Europa wird Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung in Belgien, Griechenland und Holland eingesetzt. In Deutschland besteht keine Zulassung und es ist Ziel des Pflanzenschutzes, die Anwendung antibiotikahaltiger Pflanzenschutzmittel möglichst bald einzustellen und übergangsweise nur dann Ausnahmen vorzusehen, wenn die unbedingte Notwendigkeit nachgewiesen ist und die rechtlichen Voraussetzungen nach Pflanzenschutzgesetz gegeben sind.

Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel erreichen nicht die Wirkungsgrade von Streptomycin in der Feuerbrandbekämpfung und verursachen Blütenschäden sowie Fruchtberostung an Birne und Apfel. Die Präparate eignen sich deshalb überwiegend zur Vorblütebehandlung oder zur Behandlung nach der Ernte, insbesondere nach Hagelereignissen. In 2003 bestand in Deutschland eine Zulassung für Mittel mit dem Wirkstoff Kupferoxychlorid in Kernobst gegen Kragenfäule, Obstbaumkrebs und Schorf. Die Behandlungen decken jedoch nicht die für Feuerbrandinfektionen entscheidenden Zeiträume ab.

Prohexadione-Calcium ist ein Wachtumsregulator, der das Triebwachstum durch Eingriff in den Gibberellinstoffwechsel vermindert. In den USA ist der Wirkstoff unter dem Handelsnamen „Apogee“ zugelassen. An Apfel führt die Behandlung mit Prohexadione-Calcium zu einer schwächeren Ausprägung und Verminderung von Triebinfektionen (sekundäre Infektionen). Der Wirkstoff war in 2002 und 2003 in Deutschland unter dem Handelsnamen „Regalis“ gegen sekundäre Infektionen durch Feuerbrand bei Apfelbäumen nach § 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 PflSchG (Gefahr im Verzuge) genehmigt.

Der gesetzliche Stand der Anwendungsmöglichkeiten von Pflanzenschutzmitteln wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) durch Veröffentlichung im „Pflanzenschutzmittel-verzeichnis“ für Gemüsebau, Obstbau und Ziepflanzenbau bekannt gegeben. Aktuelle Genehmigungen nach § 11(2) PflSchG können beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abgefragt werden. Weitere Information zu Pflanzenschutzmitteln und Pflanzen-stärkungsmitteln sind über den Amtlichen Pflanzenschutzdienst verfügbar.

 

Strategie zur Bekämpfung des Feuerbranderregers im Obstbau ohne Antibiotika (2003-2007) [PDF]

Liste über Pflanzenstärkungsmittel – Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Pflanzenschutzgesetz

 

In Feuerbrand gefährdeten Apfel- und Birnenanbaugebieten in Deutschland gibt es einen hohen Bedarf einer wirksamen Bekämpfung der Krankheit während der Obstblüte. Auch Triebinfektionen, insbesondere nach Hagelereignissen, müssen verhindert werden. Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln dürfen nicht zu Blütenschäden und Fruchtberostung führen. Diese Kriterien können mit dem Antibiotikum Streptomycin (Plantomycin) erfüllt werden. Der Wirkstoff wird in den USA, dem Land mit der umfassendsten Erfahrung im Hinblick auf Erwina amylovora, seit 50 Jahren eingesetzt. Weltweit existieren umfangreiche Erfahrungen in der Anwendung von Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung. In Europa wird Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung in Belgien, Griechenland und Holland eingesetzt. In Deutschland besteht keine Zulassung und es ist Ziel des Pflanzenschutzes, die Anwendung antibiotikahaltiger Pflanzenschutzmittel möglichst bald einzustellen und übergangsweise nur dann Ausnahmen vorzusehen, wenn die unbedingte Notwendigkeit nachgewiesen ist und die rechtlichen Voraussetzungen nach Pflanzenschutzgesetz gegeben sind.

Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel erreichen nicht die Wirkungsgrade von Streptomycin in der Feuerbrandbekämpfung und verursachen Blütenschäden sowie Fruchtberostung an Birne und Apfel. Die Präparate eignen sich deshalb überwiegend zur Vorblütebehandlung oder zur Behandlung nach der Ernte, insbesondere nach Hagelereignissen. In 2003 bestand in Deutschland eine Zulassung für Mittel mit dem Wirkstoff Kupferoxychlorid in Kernobst gegen Kragenfäule, Obstbaumkrebs und Schorf. Die Behandlungen decken jedoch nicht die für Feuerbrandinfektionen entscheidenden Zeiträume ab.

Prohexadione-Calcium ist ein Wachtumsregulator, der das Triebwachstum durch Eingriff in den Gibberellinstoffwechsel vermindert. In den USA ist der Wirkstoff unter dem Handelsnamen „Apogee“ zugelassen. An Apfel führt die Behandlung mit Prohexadione-Calcium zu einer schwächeren Ausprägung und Verminderung von Triebinfektionen (sekundäre Infektionen). Der Wirkstoff war in 2002 und 2003 in Deutschland unter dem Handelsnamen „Regalis“ gegen sekundäre Infektionen durch Feuerbrand bei Apfelbäumen nach § 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 PflSchG (Gefahr im Verzuge) genehmigt.

Der gesetzliche Stand der Anwendungsmöglichkeiten von Pflanzenschutzmitteln wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) durch Veröffentlichung im „Pflanzenschutzmittel-verzeichnis“ für Gemüsebau, Obstbau und Ziepflanzenbau bekannt gegeben. Aktuelle Genehmigungen nach § 11(2) PflSchG können beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abgefragt werden. Weitere Information zu Pflanzenschutzmitteln und Pflanzen-stärkungsmitteln sind über den Amtlichen Pflanzenschutzdienst verfügbar.

Ausstiegskonzept zur Bekämpfung des Feuerbranderregers im Obstbau ohne Antibiotika

> Strategie zur Bekämpfung des Feuerbranderregers im Obstbau ohne Antibiotika (2003-2007)

> Liste über Pflanzenstärkungsmittel – Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

> Pflanzenschutzgesetz



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